Stand: 22.05.21 14:00 Uhr

"Waterloo" von Abba beliebtester ESC-Song aller Zeiten

1974 Abba mit "Waterloo" den Grand Prix d' Eurovision im englischen Brighton. © NDR

Abba setzen sich mit "Waterloo" beim europaweiten Voting durch.

"Waterloo" von Abba ist der beliebteste Song der ESC-Geschichte. Das hat ein Voting in 14 ESC-Teilnehmerländern ergeben, das der niederländische Rundfunk NPO organisiert hat. Die schwedische Band holt sich mit ihrem Gewinnersong des ESC 1974 auch hier den Sieg. Gefolgt werden sie von zwei ebenfalls schwedischen Siegertiteln. Loreens "Euphoria" (2012) landet auf Rang zwei, "Heroes" von Måns Zelmerlöw (2015) ist Dritter. Abgestimmt haben ESC-Begeisterte aus Deutschland, Österreich, Belgien, Bulgarien, Griechenland, Großbritannien (UK), Lettland, Island, Israel, Italien, Schweden, Spanien, der Tschechischen Republik und der Niederlande. Jeder, der mitgemacht hat, konnte zwischen drei und 15 Songs wählen.

Abba auch im deutschen Voting vorne

Lena Meyer-Landrut singt "Satellite" beim ESC © NDR Foto: Rolf Klatt

Direkt hinter "Waterloo" landet "Satellite" von Lena im deutschen Voting.

"Waterloo" hat auch im deutschen Voting die meisten Stimmen bekommen. Die Plätze zwei und drei gehen allerdings gleich an die beiden deutschen Siegertitel von Lena und Nicole. Insgesamt 17 deutsche ESC-Songs landen in der nationalen Abstimmung in den Top 50, darunter Klassiker von Katja Ebstein, Mary Roos, Joy Fleming oder Stefan Raab. Wer allerdings fehlt, ist etwa die Gruppe Wind, obwohl sie in den 80er-Jahren zweimal Zweite beim ESC wurde. Die beiden österreichischen Siegertitel von Udo Jürgens und Conchita Wurst kommen ebenfalls weit nach oben - auf die Plätze sechs und sieben. Céline Dion, die 1988 für die Schweiz gewinnen konnte, erreicht hier noch Platz 38. Luca Hänni (2019) komt gerade noch so in die Top 50. Insgesamt wurden 39.876 Votes abgegeben.

Schweden in der Top 50 ganz vorne - Italien mit meisten Songs

Für Italien steht Mahmood mit "Soldi" auf der ESC-Bühne. © eurovision.tv Foto: Andres Putting

In Europa sehr beliebt: Italiens Mahmood erreicht 2019 Platz zwei beim ESC - und bei der Top-50-Wahl Rang sechs.

International gevotet werden durften alle 1.562 Songs, die bei einem ESC teilgenommen haben - ob sie im Finale standen oder nicht. Schweden sichert sich die ersten drei Plätze in diesem Voting, taucht aber sonst nicht mehr auf. Die meisten Songs in der Top 50 liefert Italien: Gleich sechs Titel aus dem Land platzieren sich. Am besten ist es für "Soldi" von Mahmood (2019) gelaufen. Der Song erreicht Platz sechs. Aber auch "Grande Amore" (2015, Platz 15 international), "Gente di mare" (1987, Platz 21), "Insieme: 1992" (1990, Platz 42), "Nel blu dipinto di blu" (1958, Platz 43) und "Occidentali's Karma" (2017, Platz 46) wurden häufig genug gewählt. "Nel blu dipinto di blu", das unter dem Titel "Volare" weltberühmt wurde, ist gleichzeitig auch der älteste ESC-Titel in den Top 50 und der einzige aus den 50er-Jahren. 26 Songs - also mehr als die Hälfte der Titel - stammen aus dem neuen Jahrtausend. Deutschland ist dreimal in der Liste vertreten. Richtig gut ist es für Lenas "Satellite" gelaufen. Die Siegerin des ESC 2010 steht im internationalen Voting auf Rang sieben. Nicoles "Ein bisschen Frieden" von 1982 landet auf Rang 14. Und auch die Band Dschinghis Khan kann sich mit dem gleichnamigen Song aus dem Jahr 1979 über Platz 48 freuen.

Deutsche ESC-Songs in anderen Ländern

Michael Schulte auf der Bühne in Lissabon. © NDR Foto: Rolf Klatt

Michael Schulte hat viele Fans. In der Tschechischen Republik landete er in den Top 50.

In jedem der 13 anderen Teilnehmerländer ist mindestens ein deutscher Song in die Top 50. In Österreich sind sogar gleich sechs dabei. Am höchsten platziert ist Lenas "Satellite" auf Rang neun. Neben Nicole und Dschinghis Khan begeistern auch "Wadde hatte dudde da" (2000) von Stefan Raab, "Frauen regier'n die Welt" (2007) von Roger Cicero und "Zwei kleine Italiener" von Conny Froboess (1962) die Österreicher. Auch unser Nachbarland die Tschechische Republik wählt vier deutsche Songs in ihre Top 50. Neben den zwei deutschen Siegertiteln auch Lenas zweiten Song "Taken By A Stranger" (2011) und Michael Schultes "You Let Me Walk Alone" (2018). Die Niederlande und Schweden wählen noch jeweils drei deutsche Songs in ihre Top 15. In allen Ländern kann Lenas "Satellite" einen Platz unter den Top 50 ergattern. Nur in Israel erreicht "Dschinghis Khan" mit Platz 33 die höchste Platzierung für einen deutschen Song, was unterstreicht, wie beliebt der Titel des ESC 1979 in Jerusalem noch heute im damaligen Gastgeberland ist.

Länder wählen häufig für sich

ESC-Gewinnerin Netta auf der Bühne in Lissabon. © NDR Foto: Rolf Klatt

Die Israelin Netta gewann mit "Toy" das Voting in ihrem Heimatland.

Beim Eurovision Song Contest dürfen Länder traditionell nicht für sich selber voten - und die ESC Top 50 zeigt auch, warum das so ist. In fast allen Ländern sind besonders viele der gewählten Songs nämlich welche aus dem eigenen Land. Lediglich die Tschechische Republik wählt von ihren acht Wettbewerbssongs nur fünf in die Top 50 - die meisten, nämlich jeweils sechs, kommen aus Schweden und Italien. Die meisten eigenen Songs wählt Israel. Von den 50 bestplatzierten Songs kommen 27 aus dem eigenen Land. In Italien ist es mit 25 noch genau die Hälfte. Lettland wählt 20 eigene Titel - und damit alle, die jemals für das Land an den Start gegangen sind. Griechenland und Großbritannien (UK) sind noch mit jeweils 18 eigenen Titeln dabei. Auffällig bei Großbritannien: Die allermeisten eigenen Stimmen vereinen Songs des letzten Jahrtausends auf sich - der Hochzeit des Landes beim ESC. Lediglich "Flying The Flag (For You)" aus dem Jahr 2007 schafft es aus diesem Jahrtausend in die britische Liste. Aus Großbritannien kommen mit 123.218 abgegeben Stimmen auch insgesamt die meisten. Aus Griechenland kommen nur 533 Votes - dieses Ergebnis ist also nicht allzu aussagekräftig, zählt aber genauso in die Statistik mit hinein wie alle anderen auch.

Dieses Thema im Programm:

WDR 4 | ESC Top 50 - Die größten ESC-Hits aller Zeiten | 22.05.2021 | 09:00 Uhr