Kommentar

Stand: 04.04.18 12:02 Uhr

ESC-Halbfinals: Favoritenstau trotz Abwechslung

Die deutsche Sängerin Ann Sophie bei der zweiten Pressekonferenz in Wien. © NDR Foto: Rolf Klatt

Ann Sophie wurde 2015 wegen ihrer späten Startnummer in Wien Letzte.

Seit Malmö 2013 wird die Startreihenfolge der Acts beim Eurovision Song Contest nicht mehr ausgelost, sondern von den Show-Produzenten bestimmt. Gelost wird nur noch, wer in welcher Hälfte eines Halbfinals auftritt und die Startnummer des Gastgebers im Finale. Unter Fans kursieren verschiedene Mythen und Theorien zur Startreihenfolge. Zum Beispiel: Die höheren Startnummern versprächen immer größeren Erfolg; die zwei hingegen sei ein Todesslot. Das stimmt nicht ganz: Startplatz zwei führte in den vergangen zehn Jahren in immerhin elf von 20 Fällen zu einem Finaleinzug. Allerdings sieht auch die European Broadcasting Union (EBU) ein, dass ein späterer Startplatz bessere Chancen bietet. Auch dieses Jahr gibt es die Regel, dass bei Punktgleichheit zweier Beiträge und absolut identischen Votings von Jury und Publikum schließlich derjenige vorne landet, dessen Startplatz niedriger ist. Diese Regel machte Ann Sophie 2015 in Wien zur Letztplatzierten, obwohl die Österreicher The Makemakes ebenfalls null Punkte bekamen.

Deutschland/Ann Sophie: "Black Smoke"

Eurovision Song Contest -

Deutschland schickte die Hamburgerin Ann Sophie in Wien ins Rennen. In einem schwarzen Overall performte die 24-Jährige im Finale mit ihrer kraftvollen Stimme "Black Smoke".

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Nieten und Favoriten im ersten Halbfinale

Equinox, der bulgarische ESC-Act 2018. © Dragomir Spasov/eurovision.tv Foto: Dragomir Spasov

Equinox aus Bulgarien liegen bei den Wettanbietern gut und starten so spät wie möglich.

Glaubt man den Buchmachern, dann starten gleich fünf Favoriten für den diesjährigen ESC in der ersten Hälfte des ersten Halbfinals. Fast alle diese Länder singen allerdings so spät wie möglich. Tschechiens Mikolas Josef startet auf Platz fünf, hinter Sennek aus Belgien. Netta aus Israel singt auf der sieben. Die Estin Elina Nechayeva auf neun und Equinox aus Bulgarien auf der zehn komplettieren die erste Hälfte. Ein Land, das sich bisher immer qualifizieren konnte, steht an der eins: Aisel aus Aserbaidschan eröffnet das Halbfinale mit "X My Heart". Island und Albanien, die in den Wetten sehr schlecht stehen, müssen auf zwei und drei überbrücken.

Die Schweiz, Irland und Zypern zum Schluss

Der irische ESC-Kandidat Ryan O'Shaughnessy © RTE

Irland hat sich seit 2013 nicht mehr für ein Finale qualifiziert. Ryan O'Shaughnessy startet dieses Jahr als Vorletzter.

In der zweiten Hälfte des ersten Semifinales stimmt die Abwechslung aus schnellen und langsamen Titeln. Die drei Popnummern aus Finnland, der Schweiz und Zypern sind durch die Balladen aus Armenien und Irland voneinander getrennt. Zypern auf dem letzten Startplatz 19 bekommt durch diesen eine größere Chance auf einen Finaleinzug. Irland und die Schweiz haben sich schon länger nicht mehr qualifiziert und dürfen kurz zuvor auf die Bühne. Das erste Halbfinale bietet mehr als nur zehn gute Songs und vermeintliche Finalisten - hier wird die Wahl besonders spannend.

Rybak wieder früh

Alexander Rybak aus Norwegen

Ein Lächeln für Startplatz 1: Alexander Rybak aus Norwegen eröffnet das zweite Halbfinale.

Im zweiten Halbfinale könnte kaum ein Künstler Startplatz eins wohl so gut ausfüllen wie Alexander Rybak. Der Norweger liefert mit "That’s How You Write A Song" eine Anleitung zum Komponieren für seine Mitbewerber. Auch in Moskau 2009 startete Rybak recht früh im zweiten Halbfinale. Von Startplatz sechs aus brach er damals Punkterekorde beim Eurovision Song Contest. Die sechs geht dieses Jahr an Russland und Julia Samoylova, die bereits 2017 in Kiew beim ESC singen sollte, aber nicht in die Ukraine einreisen durfte. Die Rumänen konnten sich bislang immer fürs Finale qualifizieren und müssen nun auf Startplatz zwei zeigen, was sie können. San Marino stand erst einmal im Finale - Startplatz vier und der letzte Platz bei den Wettanbietern sind nicht gerade Mutmacher für 2018.

Australien so spät wie möglich

Die Sängerin Jessica Mauboy sitzt in einem weißen Kleid auf einem Dielenboden. © Sony Music Australia

Jessica Mauboy kann sich freuen: Australien bekommt meistens gute Startplätze.

Australien hingegen startet wieder einmal so spät wie möglich, auf Startplatz neun. In der noch sehr kurzen Eurovisions-Geschichte des Landes zeigten sich die Produzenten oft recht gastfreundlich: Dami Im landete etwa 2016 in Stockholm in Halbfinale und Finale jeweils auf den spätest-möglichen Startplätzen. Dieses Jahr bieten beide Halbfinals eine große Abwechslung von Genre und Tempo der Songs sowie männlichen und weiblichen Interpreten. Auf den Startplätzen 16 und 17 treten allerdings Montenegro und Slowenien an - beide mit Songs in Landessprache, die aus dem Slawischen stammen. Das ist recht unglücklich. Die Ukraine auf dem letzten Startplatz wird - wie immer - kaum Probleme haben, sich zu qualifizieren. Mélovins "Under The Ladder" ist ein temporeicher Rausschmeißer aus der Show, allerdings hätte man seitens der Portugiesen diesen und andere aussichtsreiche Startplätze auch mal weniger sicheren Qualifikanten geben können.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 28.04.2018 | 19:05 Uhr